Leitlinie

Leitlinie Integrierter Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz (IPS-VS)

Grundlage für das Vorhaben ist die Leitlinie für den integrierten Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz. Sie wurde im Rahmen der BÖLN-Förderung im Projekt „Erarbeitung spezifischer Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes für den Sektor Vorratsschutz“ (Förderkennzeichen: 2812NA013) in Zusammenarbeit mit relevanten Verbänden und Praxispartnern entwickelt. Die Leitlinie und wurde durch den Wissenschaftlichen Beirat des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) geprüft und positiv bewertet und liegt dem BMEL zu abschließenden Anerkennung und Aufnahme in den Anhang 1 des NAP vor.

  • In dieser Leitlinie sind die Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes und des Pflanzenschutzes im ökologischen Landbau für den Sektor Vorratsschutz in einer für die Praxis aufbereiteten Form dargestellt.
  • Die Leitlinie beschreibt detailliert die nach dem Pflanzenschutzgesetz verbindlich zu beachtenden acht allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes.
  • Die dargestellten Maßnahmen und Verfahren werden regelmäßig bezüglich ihrer Maßgeblichkeit und Praktikabilität überprüft und ggf. aktualisiert.
  • Ebenso erfordern gegebenenfalls neue Praxissituationen oder Anforderungen aus rechtlichen oder privatwirtschaftlichen Vorgaben Anpassungen.

 Download der Leitlinie

Die 8 allgemeinen Grundsätze des Vorratsschutzes

Sie sehen hier das Entscheidungs-Rad für den integrierten Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz. Die 8 allgemeinen Grundsätze können einzeln angeklickt und angeschaut werden und nacheinander abgearbeitet werden. Die Gründe für die Nichtberücksichtigung von verbeugenden und nichtchemischen Maßnahmen oder der Überwachung sind festzuhalten und bei zukünftigen Planungen zu berücksichtigen. 

 

Zur Leitlinie für den intergrierten Pflanzenschutz  Handlungsanweisungen

 

Gliederung: 

  1. Allgemeiner Teil
    Im allgemeinen Teil der Vorratsschutz-Leitlinie werden die acht allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes im Hinblick auf den Bereich Vorratsschutz erklärt.
  2. Spezieller Teil
    Im speziellen Teil werden diese acht Grundsätze für die Lagerung von trockenen Schüttern konkretisiert.
  3. Anhang 1
    In Anhang 1 sind die rechtliche Regelungen aufgeführt, die für den Vorratsschutz relevant sind.
  4. Anhang 2
    Anhang 2 enthält eine Beschreibung der Verfahren und Maßnahmen zur Umsetzung der Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes im Vorratsschutz und deren Bewertung hinsichtlich ihrer Praktikabilität.
  5. Glossar
    Das Glossar erklärt die wichtigsten verwendeten Begrifflichkeiten.

Einordnung:

Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie 2009/128/

Im Artikel 14, Absatz 5 der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie werden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, geeignete Anreize zu schaffen, um die beruflichen Verwender zur freiwilligen Umsetzung von Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz zu veranlassen.

Der europäische und nationale Rahmen

 

Auszug aus der RICHTLINIE 2009/128/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
Artikel 14 Integrierter Pflanzenschutz
(4) Die Mitgliedstaaten beschreiben in ihren nationalen Aktionsplänen, wie sie sicherstellen, dass alle beruflichen Verwender von Pestiziden die allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes gemäß Anhang III spätestens ab dem 1. Januar 2014 anwenden. Die Maßnahmen zur Änderung nicht wesentlicher Bestimmungen dieser Richtlinie, die die Änderung des Anhangs III zur Berücksichtigung des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts betreffen, werden nach dem in Artikel 21 Absatz 2 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle erlassen.
(5) Die Mitgliedstaaten schaffen geeignete Anreize, um die beruflichen Verwender zur freiwilligen Umsetzung von kulturpflanzen- oder sektorspezifischen Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz zu veranlassen. …

Auszug aus dem Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen (Pflanzenschutzgesetz - PflSchG)
§ 3 Gute fachliche Praxis und integrierter Pflanzenschutz
Abschnitt (1) Pflanzenschutz darf nur nach guter fachlicher Praxis durchgeführt werden. Die gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz umfasst insbesondere:
1. die Einhaltung der allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes des Anhangs III der Richtlinie 2009/128/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 über einen Aktionsrahmen der Gemeinschaft für die nachhaltige Verwendung von Pestiziden (ABl. L 309 vom 24.11.2009, S. 71) in der jeweils geltenden Fassung,
2. die Gesunderhaltung und Qualitätssicherung von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen durch a) vorbeugende Maßnahmen, b) Verhütung der Einschleppung oder Verschleppung von Schadorganismen, c) Abwehr oder Bekämpfung von Schadorganismen, d) Förderung natürlicher Mechanismen zur Bekämpfung von Schadorganismen ….

Auszug aus dem Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAPseit 2013)
Seite 9 …..Diese Tatsachen haben den Gesetzgeber der Europäischen Union dazu bewogen, allen Mitgliedstaaten aufzuerlegen, einen Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu erarbeiten, konsequent umzusetzen und bei Bedarf weiterzuentwickeln. …
Seite 18 …..Ein ebenfalls zu betrachtendes Aktionsfeld und weiterer Handlungsbedarf besteht im Vorratsschutz. Hier geht es nicht nur darum, Ernteerträge während der Lagerung zu sichern, sondern auch darum, dem Vernichten − aufgrund unzureichenden Vorratsschutzes − nicht mehr verkehrsfähiger Lebens- und Futtermittel vorzubeugen. Die Möglichkeit, chemische Bekämpfungsverfahren im Vorratsschutz anzuwenden, hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Aus fachlicher Sicht kann derzeit mit der Palette verfügbarer Vorratsschutzmaßnahmen (einschl. Pflanzenschutzmittel) kein nachhaltiger Vorratsschutz gewährleistet werden. Dies kann sich durch die Resistenzproblematik noch weiter verschärfen. …

Auszug aus dem Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (Ziele, Maßnahmen, Indikatoren)
6. Maßnahme (Ziele):
Berufsständische oder andere relevante Verbände oder öffentliche Einrichtungen(z. B. Landesanstalten, Offizialberatung) erarbeiten, ggf. unter Beteiligung relevanter Verbände des Verbraucherschutzes sowie des Umwelt- und Naturschutzes, spezifische und allgemein akzeptierte Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes für wichtige Kulturen, Kulturgruppen oder Sektoren. Das Julius Kühn-Institutberät Verbände und Länder bei der Erstellung und Durchführung der Leitlinien. Die Bundesregierung, die Länderund betroffene Verbändeschaffen geeignete Anreize, um die beruflichen Verwender von Pflanzenschutzmitteln zur freiwilligen Umsetzung von kulturpflanzen- oder sektorspezifischen Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz zu veranlassen
7. Indikator 12)
Anteil der Betriebe mit Anbau nach kulturpflanzen- oder sektorspezifischen Leitlinien integrierter Pflanzenschutz Dieser Indikator beschreibt den Anteil an Betrieben, die nach kulturpflanzen- oder sektorspezifischen Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes produzieren.