DpS Interview mit Nadine Feuerbach zu nachhaltigem Vorratsschutz

Wie lassen sich Lagerschäden bei landwirtschaftlichen Produkten wie Getreide minimieren?

Wie lassen sich Lagerschäden bei landwirtschaftlichen Produkten wie Getreide minimieren?

Eine Frage, an der das Julius-Kühn-Institut seit mittlerweile 100 Jahren arbeitet. Nadine Feuerbach vom Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Standort Berlin ist Koordinatorin des vom Bundeslandwirtschaftsministeriums geförderten Netzwerk Vorratsschutz (VSnet). Wir sprachen mit ihr über Schädlinge, Schäden und die Möglichkeiten eines nachaltigen Vorratsschutzes.

 

DpS: Die Ernte 2020 ist eingefahren, große Mengen Getreide und andere Agrargüter sind in den Silos eingelagert. Wie sensibel ist die Agrarbranche mit Blick auf den Vorratsschutz?


Feuerbach: Eingelagerte Ernteprodukte effektiv vor einem Befall mit Schaderregern und vor sonstigen Qualitätsminderungen zu schützen, ist ein ureigenes Interesse der Lagerhaltung. Denn der Vorratsschutz ist nicht nur essenziell für den wirtschaftlichen Erfolg. Durch ihn leisten alle Lagerhaltenden einen wichtigen Beitrag, um die hohe Qualität der Nachernteprodukte während der Lagerung zu gewährleisten, damit daraus anschließend qualitativ hochwertige Lebensund Futtermittel erzeugt werden können. Aus
meiner Sicht besteht bei den Lagerhaltenden eine Sensibilität für die Erforderlichkeit eines effektiven Vorratsschutzes. Allerdings ist
diese Sensibilität nicht auf allen Stufen der Wertschöpfungskette gleich hoch. Zudem hat der Zustand des einzelnen Lagers ebenso wie die fachliche Qualifikation des verantwortlichen Lagerhalters einen großen Einfluss auf die Umsetzung der bewährten Vorratsschutz-Maßnahmen.

DpS: Wodurch entstehen hier in Deutschland Schäden an eingelagerten Agrargütern?

Feuerbach: Es sind vorrangig biologische Faktoren – wie Insekten, Milben, Pilze, Mikroorganismen sowie Nager und Vögel –, die das Lagergut schädigen.... 

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